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Ausschnitte des
Vorstellungspapiers der Versetzt-Ladengruppe anlässlich des Kongresses
"Perspektiven linksradikaler Politik" vom 12. - 14 Juli 2002 in Münster
Geschichte
Angefangen hat alles mit
der "Uppe" (Fotos
), die ab Sylvester 1999/2000 sechs Wochen lang besetzt war. Schon
vor der Räumung hat die Stadt Münster das Ladenlokal als kurzfristige
Übergangslösung angeboten. Solange die "Uppe" besetzt war, wurde dieses
großzügige Angebot abgelehnt. Am Abend nach der Räumung beschloss das
BesetzerInnen-Plenum nach längerer Diskussion dann doch mit großer Mehrheit,
das Ladenlokal für eine Kaltmiete von DM 300 von der Stadt anzumieten. Nach
einer Planungs- und Renovierungszeit, begleitet von schwierigen
Namensdiskussionen, wurde das Versetzt schließlich Ende Juni 2000, am Abend
vor dem Strandfest auf dem "Uppe"-Sand, durch di Freitagskneipe eröffnet.
Waren die Plena anfangs
noch gut besucht, so wurden es mit der Zeit immer weniger Menschen, die
Verantwortung für den Laden übernommen haben. Nachdem das Plenum dann
zeitweise gar nicht mehr existierte, wurde Anfang 2002 eine Ladengruppe
gegründet, die größtenteils die Orga-Sachen regelt, aber durchaus auch den
Anspruch hat, neben dem Organisieren von Dienstleistungen auch politische
Diskussionen zu führen.
Was es im Versetzt gibt
Kneipe: Genauso
lang wie das Versetzt gibt es die "Freitags-Kneipe", die allwöchentlich für
Euch geöffnet ist.
Queer: Seit fast
zwei Jahren gibt es den "Salon Orange" - schwul, lesbisch, polysexuelle
Abendgestaltung zur Förderung des Guten und Verringerung des Bösen. Mit
Filmen und Diskussionen zu queeren Themen. Anschließend Kneipe.
Vokü: Einmal in der
Woche ist Volxküche im Versetzt.
Veranstaltungsreihe:
Im Februar 2002, also genau zwei Jahre nach Räumung und Abriss der besetzten
Uppenbergschule, hat die Versetzt-Ladengruppe eine Veranstaltungsreihe zum
Thema "Umkämpfte Räume" organisiert.
Unregelmäßiges:
Immer mal wieder wird das Versetzt von verschiedenen Gruppen und
AStA-Referaten für Veranstaltungen genutzt.
Gruppentreffen:
Verschiedene Gruppen nutzen das Versetzt für Gruppentreffen.
Ladengruppe: Die
Versetzt Ladengruppe
trifft sich einmal im Monat zum Plenum.
Welchen Sinn sehen wir im
Versetzt ?
Im Großen und Ganzen mögen
alle das Versetzt. Die meisten haben allerdings ein wechselhaftes
Verhältnis, abhängig z.B. von der Zahl der BesucherInnen und
Veranstaltungen. Das Versetzt ist in der momentanen Situation eine sinnvolle
Ergänzung zu den anderen Strukturen in Münster: Es ist nicht studentisch, es
ist nicht tagsüber offen für all (wie z.B. die Baracke), hier machen auch
kleinere Informationsveranstaltungen Sinn und (warum auch immer): Die
Schwulen fühlen sich hier wohler.
Ganz grundsätzlich - ein
Laden kann folgende Funktionen erfüllen: 1.) Politgruppen treffen
sich dort und arbeiten an irgend etwas. 2.) Dort finden politische
Informationsveranstaltungen statt. 3.) Es ist ein Ort für
Kommunikation / Kennenlernen für Leute aus der linken Szene.
Wie würden wir uns zu
einem Autonomen Zentrum verhalten ?
Wir diskutierten in der
Ladengruppe auch darüber, was es für das Versetzt bedeuten würde, falls es
in Münster wieder ein autonomes Zentrum geben würde. Dazu gibt es
unterschiedliche Positionen.
Die eine Position:
Sobald es ein neues Zentrum gibt, hat das Versetzt seine Daseinsberechtigung
verloren, da es aufgrund seiner Geschichte nur für den Übergang - für die
Zeit ohne Zentrum - da ist. (Wenn jedoch absehbar ist, dass es ein neues
Zentrum nur für einige Tage gibt, wäre es unklug, das Versetzt aufzugeben.
Siehe Robert-Koch-Straße (Fotos
): Immerhin hatten wir einen Ort für das Frühstück
nach der Räumung.)
Die andere Position:
(In der Anfangsphase eines Zentrumsprojekts ist es natürlich sinnvoll, alle
Veranstaltungen dorthin zu verlegen.) Wenn es langfristig ein Zentrum gibt,
muss es nicht sinnvoll sein, dorthin umzuziehen und das Versetzt aufzugeben.
Es ist nicht unbedingt nötig oder auch wünschenswert, alle Leute, Gruppen,
Themen und Politikformen auf einen Haufen zu schmeißen.
Mit lieben Grüßen, die
Ladengruppe |